Eine Reise nach Manila

Bericht von Birgit Dreehsen.

09.02.2010

Der Abflug steht unter einem guten Stern, wir konnten in Düsseldorf problemlos 92 kg nach Manila einchecken. Während wir uns bereits im Flieger nach Paris CDG sind, werden weitere Hilfsgüter von Edgar Spetzler mit Unterstützung des Autohauses Kruft nach Sinzig transportiert. Hier nehmen Jean-Marie und Colette Dumaine die Pakete entgegen und packen diese zu den Pampas Kartons, die Kinderkleidung und Spielsachen enthalten. Am Frankfurter Flughafen bringen Sie zusammen nochmals 80 kg Sondergepäck auf die Waage von Thai Airways. Dank einer schriftlichen Zusage dürfen wir die Hilfsgüter kostenfrei als Übergepäck mitnehmen. In den Kisten sind: 500 Stofftiere, Schulutensilien, Kinderspielsachen, Vitamine u.v.a.m..
Das Ehepaar Felix/Herting bringt aus Hamburg auch noch einen Koffer mit Stofftieren mit, die ich Anfang Februar anlässlich einer Dienstreise in Hamburg übergeben hatte.

10.02.2010

Wir landen spät abends auf dem Flughafen von Manila, wo wir bereits von Pater Ben erwartet werden, der die Kartons mit den Hilfsgütern entgegennimmt und diese direkt nach Smokey Mountain bringt, damit wir diese dann am Freitag verteilen können.

Ankunft in Manila!
Herr Herting erhält die Ehrennadel der Deutsche Oenophilogen Gesellschaft e.V. (li), rechts der Deutsche Botschafter

11.02.2010

Heute Vormittag werden die Koffer ausgepackt, in denen noch weitere Hilfsgüter sind. Den Nachmittag verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein in der Altstadt von Manila (Intramuros), bei 32 Grad suchen wir immer wieder gerne ein schattiges Plätzchen für eine kleine Rast.
Am Abend treffen wir Herrn Schröder, den Leiter der Deutsch-Philippinischen Industrie- und Handelskammer sowie seine Gattin im Restaurant Lemuria. Frau Schröder importiert Weine aus Deutschland, diese können wir dann anlässlich des Menüs verkosten. Als weitere Gäste des Abends begrüßen wir: seine Exzellenz Christian-Ludwig Weber-Lortsch, den deutschen Botschafter in Manila und seine vietnamesische Gattin, sowie Pater Ben und zwei weitere Vorstandmitglieder der Stiftung Sandiwaan Center for Learning: die Rechtsanwältin Aurora Timbol und Pater Vicente Rayco. Adele und Willy Sy, unsere hilfreichen Freunde sind auch dabei.

Wir bedanken uns bei allen Helfern vor Ort für die Unterstützung mit deutschem Weißwein, den wir mitgebracht hatten und Lourdeswasser für die Filipinas. Pater Ben überreichen wir an dem Abend: 1 Workstation, 1 Mobiltelefon, 1 Digitalkamera und Software.
Unser besonderer Dank gilt am heutigen Abend natürlich Herrn Laurenz Herting und seiner lieben Gattin Marion Brigitte Felix. Wir überreichen Ihnen die Urkunde IN-VINO-CARITAS und das Vereinsabzeichen der „Deutsche Oenophilogen Gesellschaft e.V.“.

12.02.2010

Um 9h00 verlassen wir zusammen mit meiner Zonta Freundin Adele Sy das Hotel und fahren nach Tondo. Zunächst zeigt Pater Ben uns das Haus, das Manyland für die Schule überlassen den Menschen vor Ort möchte. Es handelt sich um ein 2-geschossiges Gebäude, das aktuell noch von Manyland benutzt wurde. Der Vertrag sieht vor, dass ein kleines Büro weiterhin Manyland gehören würde, da vor dem Haus eine Wasserstation ist. Um das Gebäude herum ist ausreichend schattiger Platz für die Schüler, so dass sie sich während der Pausen hier aufhalten können.

Das Haus wird von allen Mitreisenden begutachtet und für gut befunden (siehe Foto):

Nun geht es weiter nach Smokey Mountain II, wo wir den neu erworbenen Kindergarten auf der aktiven Müllkippe besuchen. Als wir eintreffen sind 21 Kinder zum Unterricht versammelt, sie lernen die geraden und ungeraden Zahlen. Der Platz im Haus reicht für 25 Kinder, die zweite Gruppe, die nach der Essensausgabe unterrichtet wird, umfasst auch 25 Kinder.

Da es den Ausländern seit dem RTL Bericht verboten ist, den Teil der Müllhalde zu besuchen, auf dem die LKWs entladen und der Müll gesammelt und sortiert wird. befindet sich der Kindergarten auf dem „zugänglichen“ Teil, nur wenige Meter entfernt.

Ein kleiner Junge steht vor dem Kindergarten 2; Umfeld des Kindergartens 2

Nun wird das Mittagessen ausgegeben, uns fällt auf, dass ein kleiner Junge gar nichts isst, wir fragen nach und erfahren, dass er keinen Teller hat und warten muss, bis die anderen zu Ende gegessen haben. Die Bilder zeigen ein kleines Mädchen beim Essen und die Mütter bei der Essensausgabe.

Nach dem Mittagessen verteilen wir an alle Kinder die Präsente, für die nachfolgenden Kinder haben wir die gleiche Anzahl an Präsenten vor Ort gelassen.

Nun geht es zum Kindergarten Nr. 1, der sich auf Smokey Mountain I befindet. Hier erwarten uns bereits 600 Kinder ungeduldig, denn die Kartons, die wir mitgebracht hatten, stehen verschlossen auf der Bühne. Die Spannung der Kinder wächst!

Zur Begrüßung erhält jeder von uns eine Rose und dann schreiten wir alle nach vorne zur Bühne. Zunächst einmal singen die Kinder die philippinische Nationalhymne, es folgt das Gebet und 2 Lieder, die man extra für uns einstudiert hat. Dann bedanken sich die Kinder auf Deutsch bei allen Spendern und einige übergeben uns Bilder auf denen steht: Thank you for our feeding program.
Jetzt ist der Augenblick gekommen auf den sie so lange gewartet haben: die Kartons werden geöffnet und die Geschenke verteilt! Alles verläuft recht diszipliniert angesichts der Tatsache, dass 600 Kinder im Alter von 3-6 Jahren im Raum sind. Die 8 Lehrerinnen haben alle Hände voll zu tun.

Leider sind nicht ausreichend Stofftiere für alle da. Ein kleiner Junge klammert sich an das Gitter des Fensters und schreit ohne Unterlass. Wir versuchen ihn mit einem Lutscher und anderen Spielsachen zu beruhigen, aber keine Chance! Er will ein Kuscheltier. Er ist nicht zu halten und total verzweifelt, daraufhin öffnen Jean-Marie und Colette die Pampaskartons, um nach einem Kuscheltier zu suchen. Erst jetzt können wir ihn wieder beruhigen.

Die Kinder nehmen ihre Kuscheltiere und gehen in den Nachbarraum, wo das Mittagessen an alle verteilt wird. Hier helfen Väter und Mütter bei der Essensausgabe mit.

Im Anschluss besuchen wir noch die Computerräume, in denen die sogenannten Schulabbrecher lernen. Das Wort Schulabbrecher mag irreführend sein, denn es handelt sich nicht um lernunwillige Kinder, sondern um Kinder aus ärmsten Verhältnissen, die das Schulgeld für die staatliche Schule nicht aufbringen können. Die Lehrer, die die CBT-Software betreuen, erwarten uns bereits und erklären beispielhaft einige Module.

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